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toter Delfin am StrandFreitag, 17. Juli 2020: Dank der Kampagnen auf See in den letzten drei Jahren im Golf von Biskaya, konnte die Verantwortung der französischen Fischereiindustrie am Tod von Tausenden Delfinen aufgedeckt werden. Das Pariser Verwaltungsgericht stellte am 2. Juli die Schuld des französischen Staates fest, da dieser nicht rechtzeitig wirksame Maßnahmen ergriffen hat, um das Delfinsterben zu stoppen.

Ein Delfin gefangen in einem Fischernetz. Foto: Tara Lambourne/Sea Shepherd.
Nach Anhörung der Argumente der französischen Regierung und der Argumente von Sea Shepherd, erklärte der Richter: „Im Hinblick auf das wiederholte und übermäßige Walsterben, speziell im Golf von Biskaya, seit den 1990er-Jahren und verstärkt seit 2016, haben die französischen Behörden die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Abhilfe verzögert. Dies stellt ein Versäumnis des Staates dar, seinen Verpflichtungen aus dem Recht der Europäischen Union nachzukommen, insbesondere seiner Verpflichtung zum Schutz der Wale und zur Kontrolle der Fischereitätigkeiten. Unter diesen Umständen [...] hat Sea Shepherd Frankreich das Recht, dieses Versäumnis als einen Fehler anzuzeigen, den der Staat zu verantworten hat.”

Das Gericht begründete das Urteil gegen den Staat mit folgenden Argumenten:

  • dem schlechten Erhaltungszustand von Gemeinen Delfinen, Tümmlern und Schweinswalen
  • dem nachgewiesenen Versäumnis des Staates, ein System zur Fangüberwachung einzurichten
  • der Verzögerung bei der Implementierung eines Überwachungssystems und die unzureichende Qualität der gesammelten Daten
  • die Unzulänglichkeit ergriffener Maßnahmen, die sich lediglich auf eine einfache Meldepflicht und Pinger beschränken (Pinger sind akustische Abschreckvorrichtungen, die Delfine fernhalten sollen, die Wirksamkeit ist nicht erwiesen.)

Frankreich hat die höchste Sterblichkeitsrate von Delfinen als Beifang in Europa.

Sea-Shepherd-Besatzung auf Patrouille im Golf von Biskaya. Foto: Tara Lambourne/Sea Shepherd.

Bereits in den letzten 30 Jahren verzeichnete Frankreich eine hohe Anzahl von Meeressäugern, insbesondere Gemeinen Delfinen, die tot an den Stränden angespült wurden. 2016 stieg die Sterblichkeitsrate stark an und nahm weiter zu. Von Wissenschaftlern durchgeführte Autopsien ergaben, dass bis zu 90% der getöteten Delfine, Opfer von Fischereiausrüstungen waren. Die sichtbaren Anzeichen, wie Schnitte und Schürfwunden, Stichwunden, gebrochene Kiefer, abgetrennte Schwänze und Lungenblutungen, sind symptomatisch für einen gewaltsamen und schmerzhaften Tod. Die untersuchten Delfine, einschließlich trächtiger und stillender Weibchen, waren ansonsten in guter körperlicher Verfassung und gut genährt, wodurch andere Todesursachen ausgeschlossen werden konnten.

Fischerei ist die derzeit größte Gefahr für das Überleben von Meeressäugern

In den letzten drei Jahren war Sea Shepherd die einzige Organisation an der französischen Atlantikküste, die im Golf von Biskaya patrouillierte, um die Fänge zu dokumentieren. Dies half Wissenschaftlern, die verantwortlichen Fischereien anhand von Bildern der Delfine zu identifizieren, die in Schleppnetzen gefangen waren; darunter auch Kleinfischer, deren Boote mit Pingern ausgestattet waren.

Trotz erdrückender Beweise hat der französische Staat wenig unternommen, um Abhilfe zu schaffen.

Tote Delfine, die an der französischen Atlantikküste angespült wurden. Foto: Sea Shepherd

Nachdem die Fischereibehörden sowie das Landwirtschafts- und Umweltministerium zunächst Stürme für das Delfinsterben verantwortlich gemacht hatten, wurde versäumt, ausreichende und wirksame Maßnahmen gegen die Fischereipraktiken zu ergreifen, die eigentlich für das Delfinsterben verantwortlich sind.

Weniger als 0,4%, der in Fischernetzen gefangenen Delfine wird gemeldet

Obwohl seit 2012 eine gesetzliche Verpflichtung besteht, Delfinfänge zu melden, verfügt der Staat erst seit 2019 über das OBSMER-System, mit dem diese Meldungen auch erfasst werden können. Bis heute wurden weniger als 0,4% der Fänge gemeldet.

„Die Europäische Kommission hat Frankreich zur geringen Menge seiner Daten befragt, die weniger als 1% der Fischereitätigkeiten ausmachen“, sagt Lamya Essemlali, Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich. „Darüber hinaus hängt die Anwesenheit von Beobachtern vom Wohlwollen des Fischerei-Bosses ab und ist bei Booten unter 12 Metern nicht üblich. Diese Boote sind aber ebenfalls für den Fang von Delfinen verantwortlich, wie von Wissenschaftlern und durch unsere Bilder belegt wurde“, fuhr sie fort.

Von den „Kleinfischern“ mit Booten unter 12 Metern, die es zu Hunderten im Golf von Biskaya gibt, erfolgte keine einzige Meldung über Beifang, obwohl Sea Shepherd Video-Beweise eingereicht hat, die zeigen, wie Delfine in ihren Netzen gefangen sind.

Weitere unwirksame Maßnahmen: Pinger

Das Landwirtschafts-, Umweltministerium und die Fischereibehörden fördern auch weiterhin kontraproduktive Maßnahmen wie Pinger. Wie Studien allerdings zeigen, ist das Vertreiben von Meeressäugern aus ihren Nahrungsgebieten noch gefährlicher für ihr Überleben, als der Fang in Netzen.

Frankreich, Spanien und Schweden sollen zur Rechenschaft gezogen werden

Sea Shepherd hat sich, neben einer Klage gegen den französischen Staat, auch mit 26 NGOs zusammengeschlossen, um gegen weitere europäische Staaten vorzugehen. Im Anschluss an diese gemeinsame Beschwerde leitete die Europäische Kommission in der ersten Juliwoche Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich, Spanien und Schweden ein.

Sea Shepherd fordert konkrete Maßnahmen, wie das Verbot nicht-selektiver Fangmethoden in den Lebensräumen geschützter Arten und die Installation von Kameras an Bord, um die tatsächlichen Auswirkungen der Fischerei zu dokumentieren. Diese Empfehlungen wurden vom ICES (International Council for the Exploration of the Sea) bestätigt, das nun die Umsetzung von Sofortmaßnahmen zum Schutz von Meeressäugern in europäischen Staaten rät.

Französische Schleppnetzschiffe im Golf von Biskaya. Foto: Tara Lambourne / Sea Shepherd.

Zusätzlich zum Rechtsstreit werden unsere Schiffe auch diesen Winter wieder so lange wie nötig im Golf von Biskaya patrouillieren.“

Lamya Essemlali, Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich






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