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Am 4. November 2020 durchsuchten gambische Strafverfolgungsbeamte des Fischereiministeriums und der Marine Gambias, die derzeit auf dem Sea-Shepherd-Schiff SAM SIMON stationiert sind, drei Schleppnetzschiffe. Die Schiffe waren in geschützten Gewässern aktiv, die für einheimische Kleinfischer vorbehalten sind.

Die Schleppnetzschiffe GORDE 105, GORDE 106 und GORDE 107 wurden geentert, in den Hafen von Banjul eskortiert und dort festgesetzt.

Den Schiffen GORDE 105 und GORDE 107 wird erschwerend zur Last gelegt, dass sie ihre Netze gedoppelt hatten, d.h. ein Netz befand sich innerhalb des anderen. Mit dieser Methode werden die vorgeschriebenen Maschengrößen umgangen und verkleinert, was gegen die Fischereivorschriften Gambias verstößt.

Drei Tage später wurde auch das Fangschiff XING XI WANG 1 festgesetzt, da es Netze mit einer nicht zulässigen Maschengröße ausgebracht hatte.

„Die Anforderungen an die Maschenweite setzt Gambia ein, damit sichergestellt ist, dass zu kleine Fische und Jungfische wieder entkommen können, falls sie in die Netze gelangen. Dies sorgt dafür, dass Fischpopulationen erhalten bleiben und der Überfischung entgegengewirkt wird. Die Patrouillen auf See sind allerdings unverzichtbar, denn nur so ist gewährleistet, dass die Vorgaben eingehalten werden und industrielle Schleppnetzfischer den Schutzgebieten fernbleiben“, sagte Mar Casariego, Kapitänin der SAM SIMON.

Entern der GORDE 105. Foto: Pilar Malo/Sea Shepherd.

Die Gewässer Gambias sind besonders artenreich, da dort der nährstoffreiche Gambia-Fluss in den Kanarischen Strom mündet. Die Lebensgrundlage von über 200.000 Einheimischen ist direkt oder indirekt von der lokalen Fischerei abhängig. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht aber mittlerweile davon aus, dass mehr als 46% der bewerteten Fischbestände im östlichen Mittelatlantik unter Überfischung leiden.

Sardinen und andere kleine pelagische Arten sind für die Einwohner Gambias von entscheidender Bedeutung, weshalb das Ministerium für Fischerei und Wasserressourcen ein neun Seemeilen langes Sonderverwaltungsgebiet eingerichtet hat, um die von Kleinfischern genutzten Gewässer zu erhalten. Industrielle Schleppnetzschiffe kommen jedoch regelmäßig nahe an die Küste. Dies ist insbesondere für die Kleinfischer ein Problem, da ihre Netze von den Schleppnetzschiffen überfahren werden und dadurch verloren gehen. Die Kleinfischer beschweren sich darüber nahezu täglich beim Ministerium und fordern eine Entschädigung für verloren gegangene Netze. Die Populationen der Sardinen nehmen aufgrund dieser täglichen Übergriffe außerdem rapide ab.

Gambische Marine an Bord der GORDE 106. Foto: Pilar Malo/Sea Shepherd. Das festgesetzte Schleppnetzschiff GORDE 106. Foto: Pilar Malo/Sea Shepherd  Sea Shepherd bringt Strafverfolgungsbeamte zur GORDE 107. Foto: Pilar Malo/Sea Shepherd  Besatzung der GORDE 105, die unter chinesischer Flagge fuhr. Foto: Pilar Malo/Sea Shepherd.

Die Festsetzung der vier Schleppnetzschiffe ist ein weiterer bedeutender Schritt in der fortlaufenden Kampagne OPERATION GAMBIAN COASTAL DEFENSE, einer Partnerschaft zwischen Sea Shepherd und der Regierung Gambias, unter der Aufsicht des gambischen Ministers für Fischerei und Wasserressourcen, James Furmos Peter Gomez. Seit Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 2019 wurden bisher insgesamt 20 Schiffe festgesetzt.

Seit 2016 arbeitet Sea Shepherd auch mit den Regierungen von Gabun, Liberia, São Tomé und Príncipe, Tansania, Namibia und Benin zusammen, um die Fischereikriminalität zu bekämpfen. Den afrikanischen Küsten- und Inselstaaten werden zivile Hochseepatrouillenboote zur Verfügung gestellt, mit denen die Behörden Fischereivorschriften und Naturschutzgesetze in ihren Hoheitsgewässern durchsetzen können. Bisher haben die einzigartigen Partnerschaften zur Festsetzung von 58 Schiffen wegen illegaler Fischerei und anderer Fischereikriminalität geführt.






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