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OPERATION DOLPHIN BYCATCH
Auch nach vier Jahren sterben immer noch Delfine

26. Februar 2021: Sea Shepherd ist zurück auf Patrouille im Golf von Biskaya, um den sogenannten „versehentlichen“ Fang Tausender Delfine pro Jahr durch die kommerzielle Fischerei zu stoppen.


OPERATION DOLPHIN BYCATCH begann im Jahr 2018, als die Besatzung der BOB BARKER erstmals Aufnahmen toter Delfine machte, die an Bord von Schleppnetzschiffen geholt wurden.
Diese Bilder waren die ersten, die von der Forschungseinrichtung L’Observatoire PELAGIS in 2017 veröffentlichten Ergebnisse belegten, dass Fischernetze die Todesursache für Tausende von Kleinwalen waren, die an französischen Stränden angespült wurden.

Delfine verfolgen neugierig die VIKING. Foto: Rodolphe Villevieilee/Sea Shepherd

Wissenschaftliche Studien beweisen, dass durchschnittlich mehr als 10.000 Delfine jährlich als Beifang durch nicht-selektive Fischereimethoden sterben. Das ist ungefähr das 30-fache der normalen Sterberate. Fischereimethoden wie die pelagische Treibnetz- und die Stellnetzfischerei sind in Frankreich immer noch erlaubt, obwohl sie die unvermeidliche und wahllose Tötung von Meeressäugern verursachen, die nach europäischem Recht geschützt sind.

2019 und 2020 kehrte Sea Shepherd mit der SAM SIMON in den Golf von Biskaya zurück. In mehr als 250 nächtlichen und täglichen Patrouillen unter den unerbittlichen Winterwetterbedingungen des Atlantiks wurde das anhaltende Töten dokumentiert. Trotz dieser Beweise wurde seitens des französischen Meeresministeriums nichts unternommen und es werden weiterhin tote Delfine mit Verletzungen, die auf Netze zurückzuführen sind, an französischen Stränden angeschwemmt.

In einem Schleppnetz gefangene Delfine. Foto: Tara Lambourne/Sea Shepherd

OPERATION DOLPHIN BYCATCH 2021

Dieses Jahr ist die SAM SIMON, gemeinsam mit einem Land-Team von 40 Sea-Shepherd-Freiwilligen und drei Schlauchbooten erneut in den Golf von Biskaya zurückgekehrt, um die Küste und die Fischereiaktivitäten auf See zu überwachen. Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres 2021 wurden fast 450 tote Delfine an den örtlichen Stränden angespült, doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.

Während wir den Fischfang aus sicherer Entfernung beobachten und filmen, wird unsere Crew bedroht und eingeschüchtert und nicht selten mit Wurfgeschossen attackiert (Video). Trotz der zunehmenden Spannungen mit den Fischern wird Sea Shepherd nicht aufgeben und ist mehr denn je entschlossen, die Delfine zu schützen, indem wir aufdecken, was im Golf von Biskaya wirklich passiert.

Die Sea-Shepherd-Crew beobachtet ein Fangschiff in der Bucht von Biskaya. Foto: Stefano Belacchi/Sea Shepherd

Die Reaktion der französischen Regierung

In drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Sea-Shepherd-Kampagnen wurde die Schuld der französischen Fischereiindustrie am Tod tausender Delfine belegt. Das Pariser Verwaltungsgericht befand daraufhin am 2. Juli 2020 den französischen Staat für schuldig, rechtzeitige und effektive Maßnahmen zur Verhinderung versäumt zu haben.

Der Richter stellte fest, dass „die französischen Behörden die Umsetzung konkreter Maßnahmen angesichts der wiederkehrenden Phasen überhöhter Walsterblichkeit an der Atlantikküste, insbesondere im Golf von Biskaya, seit den 1990er-Jahren und verstärkt seit 2016 hinausgezögert haben. Dieses Versäumnis stelle einen Verstoß des Staates gegen seine Verpflichtungen nach dem Recht der Europäischen Union dar, insbesondere gegen seine Verpflichtung zum Schutz der Wale und zur Kontrolle der Fischereitätigkeit. Unter diesen Umständen […] ist Sea Shepherd Frankreich berechtigt, geltend zu machen, dass dieses Versäumnis ein Verschulden des Staates darstellt.“

Am 14. Januar 2021 veröffentlichte das französische Meeresministerium einen Aktionsplan zur Bekämpfung des sogenannten „versehentlichen“ Walfangs im Atlantik. Dieser Sieben-Punkte-Aktionsplan klingt ehrgeizig, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Viele der aufgeführten Verpflichtungen bestehen nach französischem Recht ohnehin bereits, einige sogar seit fast einem Jahrzehnt und andere haben sich bereits als unwirksam erwiesen.

Diese Maßnahmen, die als verbindliche Verpflichtungen seitens des Meeresministeriums präsentiert werden, sind nichts als Scheinheiligkeiten
sagt Lamya Essemlali von Sea Shepherd Frankreich
Angesichts der Verantwortungslosigkeit unserer Politiker ist es die Aufgabe der Verbraucher und der Wähler, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern und für Leute zu stimmen, die den aktuellen ökologischen Herausforderungen gewachsen sind.
so Lamya Essemlali

Sea Shepherd mit toten Delfinen, die an den Stränden gefunden wurden, vor dem Gebäude der Nationalversammlung in Paris (Februar2021). Foto: Sea Shepherd

Zeit zum Handeln!

Der Golf von Biskaya umfasst eine Fläche von 223.000 km² und ist reich an biologischer Vielfalt. Durch die derzeitigen Fischereimethoden werden aber nicht nur Delfine getötet, sondern das gesamte marine Ökosystem geschädigt. Mehr denn je muss die französische Regierung unverzüglich handeln. Delfine sind die „Whistleblower“ des Ozeans; wenn wir sie nicht retten können, welche Hoffnung gibt es dann für andere Arten?

Delfine in der Bucht von Biskaya. Foto: Stefano Belacchi/Sea Shepherd

Gemeinsam können wir etwas verändern

Deine Spende hilft, die Freiwilligen und die Schiffe von Sea Shepherd vor Ort zu halten. Aber du kannst auch etwas bewirken, indem du deine Gewohnheiten änderst. Unsere wachsende Nachfrage nach Fisch trägt direkt zu kommerziellen Fischereipraktiken bei, die zu Überfischung, Beifang und der Zerstörung empfindlicher Ökosysteme führen.

Erfahre mehr über OPERATION DOLPHIN BYCATCH:
OPERATION DOLPHIN BYCATCH






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