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Ringwadenfischer

Kommentar von Sea-Shepherd-CEO Captain Alex Cornelissen

In den letzten fünf Jahren hat sich Sea Shepherd auf die illegale, undokumentierte und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) konzentriert. Unsere Kampagnen, hauptsächlich in Westafrika, haben uns dabei eine Fülle von Informationen über die Auswirkungen der IUU-Fischerei, als auch der industriellen Großfischerei auf den Ozean geliefert.


tote Fische

Es ist offensichtlich, dass der Mensch alles Leben im Ozean auslöscht und das bleibt weitgehend unbemerkt.

Die Lebewesen im Ozean werden weiterhin objektiviert:

  • – Fischarten werden als „Bestand“ bezeichnet.
  • – Die Entnahme von Lebewesen wird als „Fang“ bezeichnet.
  • – Mengen werden in Gewicht statt in einzelnen Tieren gemessen.
  • – Alle Arten werden einfach als „Meeresfrüchte“ bezeichnet.
  • – Und das Wichtigste: der Mythos, dass Fische keinen Schmerz empfinden.

Das sind natürlich sorgfältig gewählte Ausdrücke, damit potenzielle Verbraucher nicht die Art und Weise infrage stellen, wie wir Fische und andere Lebewesen aus unserem Ozean holen. Aber unsere Besatzungen auf See sehen jeden Tag die Zerstörung, wenn sie mit Fangschiffen zu tun haben.

Wir sehen die Menge an Beifang von Arten, die nicht für den Handel geeignet sind. Sie werden getötet und einfach wieder in den Ozean zurückgeworfen.

Wir sehen, wie Haie zu Tausenden von Thunfischfängern getötet werden, die angeblich „delfin-freundlich“ sind.

Wir sehen, wie Delfine von vielen Fischern getötet werden, da sie sie als Schädlinge betrachten, die „unsere Fische fressen“.

Wir sehen Robben, die das gleiche Schicksal wie die Delfine erleiden, weil sie eine Konkurrenz für unsere Fischereien sind.

Toter Delfin in einem Treibnetz

Die Art und Weise, wie wir die Natur betrachten und verstehen, ist grundsätzlich falsch, auch dass wir uns von dem Ökosystem abgekoppelt haben, dessen Teil wir eigentlich sind. Das gilt besonders für unseren Umgang mit dem Ozean. Wir entsorgen unseren Müll auf See, weil wir denken, der Ozean sei groß genug und es wird schon niemand bemerken. Wir nehmen uns, was wir wollen, weil wir denken, der Ozean sei eine unendliche Proteinquelle.

Unser Verlangen und unsere Nachfrage nach Fisch sind mittlerweile so groß, dass wir vor nichts zurückschrecken, um die „Ware“ zu bekommen. Die Zerstörung von Lebensräumen und das Aussterben von Arten werden dabei in Kauf genommen.

Aber sogar die weltweite Fischereiindustrie sieht langsam das Ende kommen. Man ist sich der Tatsache bewusst, dass wir unseren Ozean in weniger als drei Jahrzehnten leergefischt haben werden, wenn wir mit unserer derzeitigen Quote weitermachen. Die Industrie steht unter dem Druck, die hohe Nachfrage mit möglichst niedrigen Preisen zu bedienen. Durch die schwindenden Fischpopulationen wird es aber immer schwieriger, das Angebot in dieser Form aufrechtzuerhalten. Die Preise werden durch globale Subventionen für die industrielle Großfischerei künstlich niedrig gehalten. Diese konkurriert dann auf illegale Weise mit der küstennahen Subsistenz- und Kleinfischerei, was zu weiteren Problemen in den Regionen führt, die aufgrund von Nahrungsmittelknappheit ohnehin schon gefährdet sind. Manche Betreiber schrecken selbst vor Zwangsarbeit nicht zurück, um Kosten zu senken und behandeln die Arbeiter wie „Verbrauchsmaterial“.

OPERATION ALBACORE in Gabun.

Und dann gibt es natürlich noch die hartnäckige Behauptung, dass der Verzehr von Fisch eine gesunde Wahl für die menschliche Ernährung ist. Wir haben die Weltmeere so stark verschmutzt, dass die gesamte Nahrungskette betroffen ist, wobei sich die Schadstoffe konzentrieren, je höher man in der Kette aufsteigt. Seit Jahren werden schwangere Frauen vor dem Verzehr von Thun- oder Schwertfisch gewarnt, da diese hohe Quecksilberwerte aufweisen. Diese Situation wird nur noch schlimmer, je mehr wir unsere Natur verschmutzen.

Wir befinden uns an einem Punkt in der Geschichte, an dem wir eine Entscheidung treffen müssen:

Hören wir auf, die zerstörerische und nicht nachhaltige Industrie zu unterstützen, die unseren Ozean zerstört oder setzen wir unseren derzeitigen Weg mit dem Resultat fort, dass unser Ozean noch während unserer Lebenszeit leer sein wird? Beide Entscheidungen führen zum gleichen Ergebnis: Wir werden entweder jetzt oder in 30 Jahren keinen Fisch mehr essen. Nur je länger wir warten, desto unwiderruflicher wird die Situation werden. Unsere „unendliche“ Proteinquelle hat ihr Limit erreicht, also ist es an der Zeit, dass wir die notwendigen Entscheidungen treffen, um das Gleichgewicht in unserem Ozean wiederherzustellen.

OPERATION SOLA STELLA in Liberia.

Wir sehen die Erfolge unserer Kampagnen im Kampf gegen die IUU-Fischerei in Westafrika: Die Fischpopulationen und die Ökosysteme erholen sich schon nach wenigen Jahren. Aber diese Gebiete sind nicht groß genug, um ganze Regionen wiederzubeleben. Das Durchsetzen von Regulierungen und die Ausweitung der Schutzgebiete gegen IUU-Fischerei und industrielle Großfischerei sind die Basis Sea Shepherds aktueller Kampagnen. Zusammen mit unseren Regierungspartnern legen wir jedes Jahr Dutzenden illegaler Betreiber das Handwerk und retten dabei Millionen Leben.

Es ist eine Frage des Überlebens, den Krieg gegen die Meere zu stoppen. Diesen Kampf dürfen wir nicht verlieren. Einen Kampf, der sich in den kommenden Jahren verschärfen wird, wenn die Fischpopulationen weiter zurückgehen. Aber auch einen Kampf, den wir – mit eurer Unterstützung – unbedingt gewinnen wollen.

Foto: SEASPIRACY / NETFLIX

Erfahre mehr über die alarmierenden Enthüllungen zur globalen Fischereikriminalität und was “nachhaltige Fischerei” wirklich bedeutet…

Die Dokumentation SEASPIRACY gewährt dir einen Einblick, was die Menschheit mit den Ökosystemen der Weltmeere anrichtet.

SEASPIRACY ist ab dem 24. März auf NETFLIX verfügbar.






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